Eine Familienbrauerei in Hagen, die seit über 140 Jahren Klasse statt Masse produziert – und deren Bier im Shakespeare fließt.
Im 19. Jahrhundert veränderte die Industrialisierung die Welt. Kleine Handwerksbetriebe gingen in Manufakturen auf, aus Manufakturen wurden Fabriken. Auch vor dem Brauereihandwerk machte diese Entwicklung nicht Halt. Doch einige Betriebe bewahrten ihren Qualitätsanspruch – und die Vormann Brauerei in Hagen ist so ein Betrieb.
Gründung im 19. Jahrhundert
Ein tragisches Ereignis gab dem Schicksal die Wende: Am 8. Mai 1856 verstarb Schulrektor Gottlieb Vormann, als er ein paar durchgegangene Pferde bändigen wollte. Sein jüngstes Kind Eduard, 1850 geboren, wurde später Brauer und Mälzer. 1877 pachtete er die Friedrich Funkesche Brauerei in Dahl – die Vormann Brauerei war gegründet.
1882 zog Eduard Vormann mit der Brauerei an den heutigen Standort. Er baute Gär-, Lager- und Eiskeller, später ein Sudhaus, ein Maschinenhaus mit Dampfmaschine und Kühlmaschine. Nun konnte er gutes Pils brauen.
Familientradition und Handwerkskunst
Die Vormann Brauerei ist bis heute ein Familienbetrieb. Eduard Vormann III. erinnert sich an seine Kindheit: „Ab 1938 hat Edi, mein Onkel, im neu erbauten Sudhaus mittwochs gebraut.“ Heute leitet Christian Vormann die Brauerei in der vierten Generation – mit der gleichen Leidenschaft für Qualität.
Der Wochenrhythmus der Brauarbeit hat sich über Generationen kaum verändert: Montag wird filtriert und gefüllt, Mittwoch ist Sudhausarbeit, an den anderen Tagen wird ausgeliefert – von Hagen über Herdecke bis Iserlohn und Lüdenscheid.
Vormann im Shakespeare
Im The Shakespeare fließt das Vormann Pils und Alt direkt vom Fass. Die Verbindung zwischen der Brauerei und dem Pub hat Tradition: Schon unter Alma Bierwirt war der Westfälische Hof ein Vormann-Ausschank. Heute ergänzt Nathaniel Stott das Angebot um Craft-Beer-Spezialitäten – doch das klassische Vormann bleibt das Herzstück des Bierangebots.
„Das beste Ergebnis erzielt man, wenn man seine Arbeit mit Liebe tut. Das ist die goldene Regel im Handwerk, auch beim Bierbrauen.“
— Vormann Brauerei


