Im Trend: Craft Beer und Kultur

Das britische Pub der besonderen Art

“Pubs bringen Menschen zusammen. Ein offenes Wohnzimmer für Jung und Alt. Denn Gesellschaft macht uns glücklich — People need People.”

Mitten in Herdecke befindet sich ein Pub und Hotspot der Craft-Bier Szene der Region. In dem idyllischen Gasthaus in der Kleinstadt an der Ruhr wird den Gästen einiges geboten! Live-Musik, Kabarett, Lesungen und Ausstellun-gen erwarten die Gäste.

Manchmal haben Häuser Namen. So auch das „Tante Alma“, eines der wunderschön-heimeligen Fachwerkhäuser in der Herdecker Innenstadt. Im Jahr 2015 eröffnete hier Nathaniel Stott das Pub The Shakespeare. Der freundliche Brite ist nicht nur ein gut sortierter Gastwirt, sondern auch zugleich Veranstalter vielfältiger Kulturveranstaltungen. Seit fünf Jahren Sommelier, bietet er regelmäßig Beer-, Whisky- und Gintastings sowie Braukurse an.

„Die ganze Welt eine Bühne“ — Pub mit Kultur, wie im Wohnzimmer

„Ein Ort wo wir leben können in jedem Sinne. Wenn die ganze Welt eine Bühne ist, dann ist hier der Ort wo wir spielen, genießen, einander kennen lernen und Freundschaften schlie-ßen. Einfach gesagt — Da sein und wohl fühlen“ — David, Gast im The Shakespeare

Pubs, ein wichtiger Teil der britischen Kultur, haben eine lange Tradition. In den Dör-fern war es früher üblich, dass jeweils ein Bewohner die ganze Siedlungsgemeinschaft zu sich nach Hause einlud und für die Bewirtung der Gäste sorgte. Dieser persönliche Stil ist den Pubs bis heute erhalten geblieben, das ganze Ambiente, die Möbel, die De-korationen und die Umgangsformen sind familiär.

Nathaniel Stott fand für diesen Stil im Fachwerkhaus des The Shakespeare ideale Be-dingungen für einen traditionellen Pub vor. Das Lokal erstreckt sich über zwei liebevoll restaurierte und gemütliche Etagen. In diesem Gasthaus zeigt sich, dass man es mit guter, britischer Tradition zu tun hat: Das Bild der Queen im Eingangsbereich, ein Port-rät William Shakespeares neben dem Tresen, gemütliche Sitzgelegenheiten, Bücher in deutsch und englisch – Zeit zum Stöbern…

Und dann gibt es auch noch diverse, Utensilien und Hinweise auf eine weitere Beson-derheit, auf die Nathaniel Stott besonders stolz ist: Zum Ausschank kommen bei ihm nicht nur die klassischen Biere der traditionsreichen Vormann Brauerei aus Hagen, sondern diverse Biere, welche anderswo nur selten bis gar nicht zu finden sind. Das The Shakespeare ist ein absoluter Hotspot für das sogenannte Craft Beer!

Craft Beer Zentrum für echtes Bier und feinen Genuss

In der Welt industriell gefertigter Massenware sind handwerklich hergestellte Ge-brauchsgüter etwas Besonderes. Immer mehr Menschen mögen das und schätzen ih-ren besonderen Wert. Genauso verhält es sich mit dem Craft Beer, das längst nicht mehr Nischenprodukt ist, sondern mittlerweile einen eigenen Kultstatus erlangt hat.

Das Nahrungs- und Genussmittel Bier hat eine lange Geschichte. Die ältesten überlie-ferten Hinweise zur Bierherstellung sind etwa 5000 Jahre alt und stammen aus China. Der Gewinnungsprozess durch Gärung aus Getreide ist also schon lange bekannt. Fast ganz verloren war hingegen das Wissen um jene Braukunst, die durch handwerkliches Geschick und Zugaben diverser Würzstoffe delikate Variationen möglich macht. Bier ist nämlich nicht gleich Bier!

In Flaschen und Fässern gelingen meistens nur die vereinheitlichten, industriell gefer-tigten Biere zu den Konsumenten. Jedenfalls war das, von gelegentlichen Ausnahmen abgesehen, die Realität, bis sich seit Ende der 1970er Jahre der in Nordamerika und Großbritannien geborene Trend des „Craft Brewing“ immer weiter auszubreiten be-gann. Die Bierherstellung als Hobby oder im Rahmen kleiner Brauereien brachte einen neuen, hippen Stil, in dem altes Wissen und moderner Genuss zueinander fanden.

Dabei sein und das eigene Bier brauen

Es ist gar nicht so schwer, sein „eigenes“ Bier zu brauen. Die einfachen Zutaten, Gers-te, Hopfen, Wasser und Hefe werden in einem dreistufigen Prozess (Maischen, Kochen und Gären) zusammengebracht. Das bietet den handwerklichen Rahmen, der, mit Sorgfalt ausgeführt, das Tor zu einer Welt voller Variationen öffnet. Mit dem Bierbrau-en verhält es sich wie mit dem Zubereiten von Mahlzeiten, für das ein Grundwissen und -können erforderlich ist, das leicht erlernt werden kann – und welches dann zum Ausgangspunkt kulinarischer Experimente und Entdeckungen wird.

Schon die Auswahl von Menge und Art der Zutaten beeinflusst das spätere Ergebnis. Braunes Röstmalz, duftender Hopfen und Hefe – sogar bezüglich dieser Zutaten steht dem Braukünstler eine unfassbare Vielfalt zur Verfügung. Bald schon stellt sich Erfah-rung ein: Maischen, Läutern, Kochen, Gären und Lagern als Schritte im Brauprozess bekommen ihre notwendige Zeit.

Historisch und traditionell kann Bier unter Verwendung verschiedener regionaler Zuta-ten gebraut werden. Verschiedene Getreide, Kräuter, Blätter und Beeren tragen zu Geschmacksvariationen bei, die jedem Bier eine individuelle Note verleihen. In den Zeiten vor dem „Reinheitsgebot“, war es noch üblich, solche Mischungen, „Grut“ ge-nannt, zum Würzen des Bieres einzubringen. Jetzt wird dieser Kniff als Kür der Craft-Beer Herstellung wiederentdeckt: das „Natürlichkeitsgebot“!

Unendliche Vielfalt in der Welt des Bieres

Eigentlich ist die Vielfalt in der Welt des Bieres nicht begrenzt. Will man dennoch etwas eingrenzen, können schnell über 100 Sorten benannt werden, unter denen „Pils“ und „Alt“ nur noch zwei von vielen sind. Nathaniel Stott kennt die regionalen Unterschiede, malzige, sauer, fruchtige Aromakomponenten, die Hopfenbitteren, und wie sie noch bezeichnet werden können. Um in diese Welt einzuführen, bietet er Verkostungen an, in denen er die Teilnehmenden darin anleitet, Bier mit allen Sinnen genießend zu er-fahren. Und wer mag, kann bei ihm auch einen seiner Braukurse belegen, die er re-gelmäßig im The Shakespeare anbietet.

Die Tradition des Bieres, die eng mit der Geschichte der britischen Pubs verknüpft ist, liegt Nathaniel Stott besonders am Herzen. Als Kulturschaffender im besten Sinne be-reichert er mit seinem The Shakespeare die Region rund um Herdecke. Nathaniel Stott steht mit seinem guten Ruf nicht allein für familiäre Gastlichkeit und Craft Beer, son-dern auch für die vielen Events, vom Kneipenquiz und dem gemeinschaftlichen Singen, bis hin zu Auftritten der verschiedensten Musiker und Bands. Auch darum ist das The Shakespeare ein Kleinod, das immer wieder ein Besuch wert ist.

Nathaniel Stott, The Shakespeare, November 2017

Nathaniel Stott, The Shakespeare, November 2017

Jan Klos, Portrait Fotograf

Jan Klos ist International Portraitfotograf aus London. Seine Fotos werden weltweit in Ausstellungen und Publikationen gezeigt und er hat diverse Awards erhalten.

2015 bekam er Gold von der Royal Photographic Society’s International Print Exhibition für sein Gruppenportrait von den Mitarbeitern des Nelson’s Head Pub in East London.

Dauerausstellung im The Shakespeare:
Jan Klos: „Der fotografische Führer zu den Pubs von East London“.

 

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